Der weisse Kleinbuss kaempft sich die Strasse entlang. Was heisst schon Strasse. Trampelpfad, Dschungelweg, Schotterpiste. Alle zwei Meter ein Schlagloch. Ach, und es ist Nacht. Die Baeume ragen rechts und links hinein. Seltsame Laute sind zu hoeren. Es ist der letzte Teil meiner Anreise an die Pazifikkueste Nicaraguas. Gleich bin ich da. Endlich, nach 24 Std. am Ziel. Morgens um 6 Uhr in Deutschland gestartet und nach deutscher Zeit um 6 Uhr am naechsten Tag angekommen. Was fuer eine Odysse. Aber es hat sich gelohnt.

Ich wache auf und zum Fruehstueck gibts erstmal einen grandiosen Blick auf den Pazifik und rundherum nur gruen, gruen, gruen. Natuerlich gibts auch was zu Essen. Gallo Pinto, Reis mit Bohnen, typisch nicaraguanisch, dazu Ruehrei und frisches Obst. Delizioes, sag ich nur.
Ich bin hierher nach Gigante gekommen, um spanisch zu lernen und zu surfen. Und genau das habe ich gefunden. 5 Std Spanisch gleich am ersten Tag. Ich werde gleich ins kalte Wasser geworfen. Nur Spanisch. Meine Lehrerin kann auch kaum Englisch. Es ist aber gut, so bin ich gezwungen zu sprechen.
Zum surfen komme ich erst am Dienstag. Jaime, der Surf-Professor, wie sie ihn nennen, zeigt mir die Straende in der Umgebung. Wir laufen 15 Minuten zum ersten Strand und weitere 20 min zum Weltklasse-Strand Colorado. Die Wellen sind perfekt fuer mich. Nicht zu gross und nicht zu klein. Ein Meter bis 1,50 hoch. Hier wirds auch mal 3 bis 6 Meter hoch. Dafuer muss ich dann doch noch ein bisschen ueben. Die kleinen reichen am Anfang erstmal. Muss ja wieder reinkommen. Und mein eigenes Board hab ich auch noch nicht. Will mir aber eins kaufen.
Meine Unterkunft ist super. Hotel Brio. Es ist jetzt kein Hotel nach unseren Standards. Recht simpel eben. Mein Zimmer ist ein 4-Bett-Zimmer. Binn aber alleine. Der Ventilator im Zimmer laeuft die ganze Nacht. Restaurant mit Bar sind extra, also 20 Meter von meinem Zimmer weg. Ach, hab ich erwaehnt, dass hier jetzt Sommer ist. Sprich 30 Grad und 60 bis 70 Prozent Luftfeuchtigkeit. Ich dusche ungefaehr 3 bis 4 mal am Tag. Man merkt eben die Naehe zum Aequator. Bin aber natuerlich zweimal am Tag beim surfen.
Gleich morgens um 6 oder 7 und nachmittags gegen 16 Uhr gehts raus aufs Wasser. Dazwischen hab ich 5 Std Spanisch und ein bisschen essen muss ich ja auch noch. Gutes Thema: esse: jeden tag frischen Fisch, Meeresviecher, frische Huehner. Dazu Reis, Gemuese, Bohnen usw. Es gibt aber auch Pancakes, frische Fruechte oder Spaghetti. Sehr abwechslungsreich.
Die erste Woche ist jetzt schon vorbei. Sie verging wie im Flug. Jeder Tag war vollgestopft mit spanisch, surfen, essen und Leute treffen. Hab jetzt ein eigenes Board und war schon auf einem kleinen Bootstrip zum surfen. Werde spanisch auf 3 Std runterschrauben. Dafuer bleibe ich noch zwei Wochen hier. Erst wollte ich nur insgesamt 2 Wochen hier bleiben. Aber ist einfach zu paradiesisch. Ich hab hier alles was ich brauche. Die Leute sind unglaublich nett und aufgeschlossen. Sowohl die Nicas als auch die Auslaender, die es hierher verschlagen hat. Jeden Abend trifft man sich im selben Restaurant und quatscht ueber alles moegliche. Hier gibt es schon lustige Gestalten. Aussteiger, Surfer, Reisende. Alle haben interessante Geschichten zu erzaehlen. Der eine segelt schon seit eineinhalb Jahren die Kueste der beiden Amerikas entlang, andere arbeiten hier saisonal als Koch und wieder ein anderer hat sich hier seine eigene Baufirma aufgebaut. Sehr unterschiedliche Geschichten...
Hasta luego

