Meine Kulturwoche hat begonnen. Und zwar in der alten Kolonialstadt Granada am Ufer des Nicaraguasees. Am Montag komme ich an und mache mich gleich mal zu Fuss auf Erkundungstour auf. Nachdem ich mich aber erstmal im hosteleigenen Pool abkuehle, versteht sich.
Ich schlendere vor mich hin und laufe durch den zentralen Park ueber den Platz der Unabhaengigkeit runter zum See. Auffaellig sind die vielen bunten Haeuser und der koloniale Baustil. Es ist ein Wunder, dass man noch so viel sieht, wenn man bedenkt, dass die Stadt in ihrer Geschichte schon so einige Male niedergebrannt wurde.
Es sind aber vor allem die Aktivitaeten rund um Granada, die die Stadt so interessant macht. Am Dienstag gehe ich morgens auf eine Canopy-Tour auf dem Vulkan Mombacho. Sprich, ich rase am Drahtseil haengend von Baum zu Baum. Ein unglaublicher Spass. 20 Meter ueber dem Boden sause ich an einem duennen Seil durch den Wald. Man ist ziemlich schnell unterwegs. Aber Karabinerhacken, Seil und fuenf Begleiter sorgen fuer unsere Sicherheit. Wir haben alleine fuenf Nicas, die uns immer alles erklaeren, absichern, einhaengen usw. Gute Sicherheitsstandards. Auf den Baeumen nebenan schaut uns eine kleine Affenfamilie zu und wird sich sicherlich denken was wir hier fuer komische Sachen machen.
Mitten im Dschungel hangeln wir uns von Station zu Station. Ein Highlight ist aber auch das Ende. Von ungefaehr 20-25 Metern lassen sie uns am Seil in die Tiefe plumpsen. Ist so wie das Abseilen beim Klettern, nur spassiger. Mein Abseilen dauert ungefaehr 3-4 Sekunden und ich fuehle nach dem fast freien Fall wie sich das Adrenalin in meinem Koerper ausbreitet. Wir zittern alle noch Minuten spaeter...
Am Nachmittag mach ich dann ein etwas ruhigeres Programm. Ich paddle mit einem Kayak zwischen den vielen kleinen Inseln umher. Die ueber 300 kleinen Inselchen entstanden vor tausenden Jahren, als der naheliegende Vulkan Mombacho ausbrach. Heute ist hier alles Gruen und man kann die Pflanzen- und Tierwelt bestaunen. Es soll ueber 600 verschiedene Vogelarten geben. Sinnlos zu versuchen sie hier aufzuzaehlen.
Heute, Mittwoch, habe ich mir mal einen Ruhetag gegoennt. Und zwar am klarsten Wasser Nicaraguas, in der Laguna Apoyo, keine 15 Minuten entfernt von Granada. Das Wasser hier hat die verschiedensten Blautoene: Himmelblau, Azurblau, Tuerkisblau...
Und die Temperatur, herrlich. Das Wasser soll dank dem vulkanischen Sulfur auch eine gesundheitsfoerdernde Wirkung haben. Das Planschen war auf jeden Fall angenehm. Ausserdem paddele ich noch ein bisschen im Kayak rum, geniesse die Sonne und lese ein bisschen.
Es ist mal ganz angenehm, wenn kaum Menschen um einen herum sind. War schon eine krasse Umstellung von einem kleinen Fischerdoerfchen an der Kueste zu einer groesseren Stadt. Der Laerm, die Leute, der Schmutz. Das alls kann man nur ne gewisse Zeit ertragen. Also geniesse ich ich in einer Haengematte die Ruhe und den meditativen Klang des Wassers so lange ich kann...
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