Samstag, 16. Januar 2010

Bocas

Es gab so viel zu tun in Bocas, da hatte ich kaum Zeit etwas zu schreiben oder Bilder zu machen. Natuerlich kann man hier surfen. Aber es gibt genuegend Inseln zu erkunden, schnorcheln, Delphine beobachten oder einfach nur Party machen. Es verschlaegt viele Backpacker hierhin und das schon seit Jahren. Es ist ein guter Ort, um mal vom Reisen wegzukommen. Es gibt hier lustige Hostels. Eines davon heisst Mondo Taitu. Mehr Bar als Hostel. Denn die Leute, die dort hingehen, wissen, dass hier jede Nacht gefeiert wird. Man trifft dort wirklich jeden. Die Surfer aus Kalifornien, die amerikanischen College-Kids, die Israelis, die gerade aus der Armee kommen oder auch die 60-jaehrigen Schweizerinnen, die ihre Pina Colada geniessen. Ich war in einem weniger Partyzentrierten Hostel namens Heike. Genauso funky aber ohne Party jeden Abend. Man kann ja zum feiern auch woanders hingehen.
Junge, junge, aber die Wellen in Bocas sind nichts fuer schwache Nerven. An meinem ersten Tag treffe ich vier Surfer-kids aus San Diego. Da man ueberall hin ein Taxi oder ein Wassertaxi braucht, schliess ich mich den Jungs an. Es geht zu einem Beachbreak, Bluff heisst er. Ich bin schon voller Vorfreude. Die Ernuechterung kommt bald. Die Welle bricht zwar am Strand aber eben direkt am Strand, also Shorebreak. Mit so einer Wucht, dass sie wie ich spaeter sehe dafuer bekannt ist, Boards zu brechen. Die Jungs meinen nur so nebenbei, dass sie gestern 2 Boards gebrochen haben. Warum also nochmal herkommen, frage ich sie. Wegen der Barrel, sagen sie. Eine Barrel ist sozusagen einen ziemlich hohle Welle, die den Surfer von allen Seiten umgibt. Nur nach vorne natuerlich kann der Surfer entkommen. Ich hatte das noch nicht so richtig und ich glaube, wenn man es noch nicht erlebt hat, dann kann man nicht nachvolziehen warum 5 Sekunden Barrel ein gebrochenes Board Wert sein sollen. Die Jungs haben in den Tagen insgesamt 4 Bretter geschrottet. Naja, mir waren die Wellen zu krass.
Am Nachmittag dann, gehe ich mit ein paar Spaniern raus auf ein Reefbreak. Sprich unter der Welle sind nur Steine und Riff. Die Welle ist aber so umkaempft, dass ich als Neuling kaum Chancen habe. Ein lehrreicher aber frustierender Tag. Am naechsten Tag schliesse ich mich wieder den Ami-Jungs an. Sie wollen zu einem anderen Beachbreak. Das hoert sich doch gut an. Nachdem uns das Wassertaxi auf der Nachbarinsel abgesetzt hat, waten wir eine halbe Stunde durch den schlammigen Dschungel, um am Wizard Beach anzukommen. Die Wellen krachen nur so herein. Ich folge den Jungs mit Muehe ins Line-up. Es dauert ewig. Eine Welle nach der anderen bricht vor oder ueber mir ein. Als ich dann draussen bin bereue ichs auch schon. Ich sehe wie riesigen Wellenwaende langsam naeher rollen. Ich paddele um mein Leben und schaffe es ueber die Monster hinaus. Mein Herz schlaegt 180 und ist mir gehoerig in die Hose gerutscht, als ich diese 4 Meter Riesen gesehen habe. Das Problem ist, man kann sie natuerlich reiten. Dafuer muss man aber in der richtigen Position sein. Wenn man das nicht ist und quasi zu weit innen, also Richtung Strand, dann kann man nur auf seine Tauchqualitaeten setzen. Und wenn ein Set kommt, also eine Abfolge von Wellen, eine nach der anderen, dann kannst du nur hoffen, dass du nicht zu viel Wasser schluckst. Als es sich dann beruhigt hat, kriege ich ein paar Wellen. Aber insgesamt ist es doch recht heftig. Am Nachmittag habe ich dann endlich meine erste richtig gute Session. Am Black Rock, einem kleineren Reefbreak sind die Wellen richtig gut. Schulterhoch und nicht zu kraftvoll, genau richtig. Ich surfe bis zum Sonnenuntergang. Bocas ist insgesamt echt nur was fuer Surfer mit Erfahrung. Frage mich warum die ueberhaupt Anfaenger-Kurse anbieten...
Was ich hier gar nicht erwartet habe, war REGEN. Die letzten 2 Tage hat es ununterbrochen geschuettet. Wirklick non-stop. An surfen war gar nicht zu denken, da die See viel zu unruhig war. Also verbrachte ich meine Zeit mit Spanisch sprechen, mit anderen Leuten rumbloedeln und lesen. Am letzten Tag sollte dann der Monster-Swell kommen, 12 Fuss, ca 5 Meter. Leider hab ich davon nichts gesehen und die anderen Surfer meinten auch, dass es zwar gross war, aber nicht riesig. am 12.Januar gings dann mit dem Nachtbus in die Hauptstadt nach Panama City. 10 Stunden in uebelster Kaelte, dank der dauernd droehnenden Klimaanlage. Trotz langer Hose, T-shirt, Sweatshirt und Softshell-Jacke hab ich mir ne Erkaeltung geholt.
Ich kam morgens um 5 mit einer Menge anderer Backpacker in Panama City an und schloss mich ein paar Leuten an. die zum selben Hostel fuhren. Luna's catle. Ein funky hostel dessen Ruf ihm schon vorauseilt. Wir flacken erstaml auf den zich Couchs, um die Reisestrapazen zu verdauen. Nur um spaeter zu erfahren, dass es keine freien Zimmer mehr gibt. Ich stelle mich schon drauf ein, auf einem der Sofas zu pennen, als doch noch was frei wird. Das Hostel vibriert voller Leben. Es ist riesig, mit grossen Schlafsaelen. Is ne coole Atmosphaere.
Den Tag verbringe ich damit die Umgebung, das Casco Viejo, zu erkunden und natuerlich den beruehmten Panamakanal zu bestaunen. Komme gerade rechtzeitig, als zwei Schiffe hindurchfahren. Nettes Schauspiel, wie diese riesen Ozeandampfer langsam in den Schleusen auf das richtige Wasserlevel gesenkt werden.

Next Stop SAN BLAS ISLANDS

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