Freitag, 8. Januar 2010

End of the Road



Das Rauschen der Wellen hat fast schon eine hypnotische Wirkung. Waehrend oben in den Baumwipfeln die Bruellaffen herumspielen, geniesse ich in meiner Haengematte die Ruhe und Einsamkeit dieses Ortes. Naja, nicht ganz einsam. Ein paar Leute hat es auch hierher verschlagen. Hier, ist im aeussersten Suedwesten Costa Ricas, an der Pazifikkueste. Ein paar Kilometer entfernt von Pavones, dieser sagenumwobenen Welle. Es ist ein Traum fuer jeden Backpacker oder Surfer. Unter riesigen Palmen gelegen, blicke ich auf den weiten Ozean hinaus und beobachte, wie die Wellen brechen. Ich kann quasi von der Haengematte ins Wasser springen oder mein Brett schnappen und die Wellen direkt vor der Haustuer reiten. Und das alles umgeben von Palmen, Pflanzen und Wasserfaellen. Die Strasse, die hierher fuehrt endet genau vor unserer Haustuer. Sackgasse jetzt, ne.


Ich weiss, ich habe das Wort Paradies schon das ein oder andere Mal benutzt. Aber hier hat es seine wahre Berechtigung. In Santa Teresa waren dann doch zu viele Leute im Paradies, und vor allem zu viele Italiener in meinem Hostel. Hab in der Zeit mehr italienisch als spanisch gelernt. Hier dagegen schlaegt es kaum eine Menschenseele hin. Kein Wunder, der Weg ist auch relativ weit und antrengend. Ich brauchte alleine von Santa Teresa einen Bus, ein Flugzeug, eine Faehre und nochmal einen Bus. Man kann es aber auch einfacher machen. Ich hatte aber meinen Flug schon gebucht, da ich zuerst in den Corcovado National Park wollte. Das stellte sich aber komplizierter und teurer raus als gedacht. Naja, vielleicht ein anderes Mal.


Bis zur naechsten groesseren Stadt sind es von hier 3 Stunden mit dem Bus auf einer richtig schlechten Schotterpiste. Ich glaube jetzt kann ich wirklich sagen: Ich bin am Arsch der Welt. Kein Internet, kein Fernsehen, kein Geldautomat, keine Partys. Das einzige, das jetzt noch fehlt sind Wellen. Die haben sich aber auch nicht mehr richtig sehen lassen, so das ich schweren Herzens weitergezogen bin. Zudem hatte ich jetzt auch noch Probleme mit meiner Kreditkarte. Der Automat hat sie einfach verschluckt. Hab sie jetzt wieder, aber trotzdem, scheiss DKB. Wuerde zu lange dauern, um die ganze Geschichte zu erzaehlen. Hab sie jetzt wieder und hoffe auch, dass sie funktioniert.
Jetzt bin ich mittlerweile in Panama, genauer in Bocas del Toro, an der Karibikkueste. Hier gibts Wellen, und zwar zo richtig. Es sind 10 Fuss angesagt. Das wird ein Spass. War auch mal wieder recht krass, um hierher zu kommen. Im Detail: 4 Stunden huepfende Busfahrt auf einer Schotterpiste von Pavones nach Golfito. Dort Kreditkartenprobleme loesen. Danach Bus zur Grenze. Dauert eigentlich 2 Stunden. Wir hatten aber einen kleinen Unfall. Der Bus stoppte und es sind natuerlich schoen zwei Autos hinten drauf gefahren. Alle haben nur rumgegafft. Hab mir dann ein Taxi fuer die letzten 30 km genommen. Nach Grenzgeschiss mit einem schoen klimatisierten Kleinbus in die naechstgroessere Stadt, nach David. Also jetzt in Panama. Hier sofort in den naechsten Bus Richtung Norden, nach Changuinola an die Karibikkueste. Schoen 5 Stunden unterwegs ueber Berg und Tal. Und letztendlich noch ein Wassertaxi nach Bocas del Toro. Langer Tag, sag ich nur. 15 Stunden war ich unterwegs....

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