Sonntag, 7. Februar 2010

Colombia

So, jetzt bin ich schon seit zwei Wochen wieder in Deutschland. Der Alltag hat mich leider wieder und ich bin noch nicht wirklich dazu gekommen mein ganzes Abenteuer zu verarbeiten. Ich habs ja noch nicht mal geschafft meinen letzten Eintrag aus Kolumbien zu schreiben. Das will ich jetzt nachholen:

Cartagena:
Nachdem mein Flieger Verspätung hat, komme ich nachts um zwei in Cartagena an. Ich schließe mich zwei Briten, nem Ami und einer Dänin an und wir teieln uns zwei Taxis. Surfboard kommt aufs Dach und die Dänin und ich müssen es die ganze Fahrt festhalten. Ich traf die Briten schon auf San Blas und dann eben in Panama City. Man trifft sich immer zweimal. Sie hatten schon ein Zimmer in Cartagena reserviert. Als wir ankommen, ist die Unterkunft voll. Die Dänin und ich schaun in die Röhre. Wir haben aber keinen Bock um die Uhrzeit noch was zu suchen, also nehmen wir das Angebot des Besitzers an, im integrierten Tattoo-Studio zu pennen. Sie auf einer Matratze auf dem Boden und ich auf dem Tisch, auf dem sonst die Leute ihre Tattoos gestochen kriegen. Überraschenderweise hatte ich echt einen guten Schlaf.
Am Tag mache ich mich dann auf, die Altstadt von Cartagena zu erkunden. Ich klettere auf den Stadtmauern herum und schlendere durch die engen Gassen dieser alten Kolonialstadt. Es gibt wirklich wunderschöne Ecken und ich komme mir vor wie im Spanien des 16. oder 17. Jahrhunderts Es ist wirklich die schönste Stadt, die ich auf meiner Reise bisher gesehen habe.





Wirklich schön ist natürlich nur die ummauerte Stadt. Mein Hostel liegt in einem äußeren Teil der Altstadt, der ein bisschen heruntergekommen ist. Hier laufen auch allerlei seltsame Gestalten rum. Nur ein paar Tage später, ich bin schon in einer anderen Stadt, höre ich von einem Kanadier eine krasse Geschichte:
Er erzählt mir, dass sein ganzes Hostel ausgeraubt wurde. Fünf bewaffnete Männer kamen rein, fesselten die Männer und brachten die Frauen in ein Zimmer und räumten dann alles aus. Von Zimmer zu Zimmer. Geld, Kameras, Laptops. Das krasse ist, dass ich eigentlich in dieses Hostel wollte. Stattdessen blieb ich in dem billigeren nur ein paar Meter weiter. Das nenn ich mal Glück.

Am Ende meiner Reise wollte ich mal was ganz anderes: Strand, Palmen und blaues Wasser :)





Der Nationalpark Tayrona. Hatte vorher gehört, dass man hier auch surfen kann. Ich musste aber feststellen, dass es nicht erlaubt war. Die Strömungen seien zu stark, sagten die Rettungsschwimmer. Ich verstand es, als ich dort war. Das Wasser ist recht wild und die Strömungen ziehen einen raus aufs Meer. In den letzten Jahren sind hier schon einige Leute einfach verschwunden und wurden auch nicht mehr an Land gespült. Naja, dann schließe ich meine Reise eben ohne surfen ab. Wellen gab es aber trotzdem. Auf der Bootsfahrt von Taganga rein in den Park. Das war heftig. Wir waren eine Stunde in einem nicht allzu großen Boot unterwegs. Es ging richtig ab. Rauf und Runter, Rauf und Runter. Der Wellengang war übel. Das Boot klatschte manchmal richtig herunter. Da kriegt man schon ein komisches Gefühl. Die anderen im Boot sahen auch nicht so glücklich aus. Aber wir habens ja alle heil überstanden. Die Belohnung war: weiße Sandstrände vor dem grünen Dschungelhintergrund.
Ich bin nur zwei Nächte dort. Und insgesamt muss ich sagen, dass es nichts besonderes war. Vielleicht hab ich einfach schon so viele schöne Dinge gesehen. Die Strände in Nicaragua oder Panama waren um einiges paradiesischer und der Dschungel hat mich jetzt auch nicht umgehauen. Vielleicht war ich aber einfach auch genervt von der Grüppchenbildung der vielen Argentinier und Kolumbianer oder von dem wenigen Schlaf, den ich bekam. Ich weiß es nicht. Dazu kommt noch, dass der Weg raus einer Tortur glich: Vollbepackt mit großem Rucksack, kleinen Rucksack und Surfbrett stiefelte ich gefühlte 4 Stunden durch den Dschungel zum Ausgang. In Wirklichkeit warens wohl nur 2, aber immerhin.



Und man kann sagen, dass meine Rückreise eigentlich schon dort begann. Am 21. Januar nachmittags. Wann war ich zu hause in Deutschland? Am 23. nachmittags. Diese zwei Tage erlebte ich mehr oder weniger im Delirium des nicht-heim-wollens gepaart mit unglaublich wenig Schlaf. Bevor ich abends meinen Flug von Santa Marta nach Bogota nahm, musste ich natürlich noch mal, vollbepackt wie ich war, durch die engen Märkte und nach Mitbringseln Ausschau halten. Als ich dann halb zusammenbrach, schnappte ich mir das nächste Taxi und fuhr zum Flughafen. Viel zu früh, aber egal. Bis um Zwölf Uhr nachts wartete ich auf meinen Flug nach Bogota. In Bogota angekommen, suchte ich mir eine kleine Ecke in den großen Wartehallen und machte mir mein Lager für die Nacht. Mein Flug ging ja erst um 10 Uhr morgens. Mein Rückflug nach Deutschland war also noch nicht mal gestartet und ich war schon so gerädert wie nach zwei Flügen. Ich weiß schon gar nicht mehr wie lange ich gebraucht habe, bis ich wieder in Frankfurt war. Es kam mir wie eine Ewigkeit vor. Umsteigen in Atlanta und in Paris und ankommen im eiskalten Deutschland. Und kaum in Deutschland am Samstag angekommen, beginne ich auch schon am darauffolgenden Montag ein Praktikum...
Der Alltag hat mich wieder

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